Wechsel des Hosters
01.11.2006Da ich mit meinem derzeitigen Hoster seit längerem nicht mehr zufrieden bin, wechselt diese Domain in der nächsten Zeit zu meinem neuen Web-Hoster: zu (mt) Media Temple. Sollte die kogakure.de Domain für kurze Zeit nicht verfügbar sein, könnt Ihr auch kogakure.com ausprobieren.
Media Temple ist komfortabel, schnell, hat einen gerechten Preis und viel Leistungen im Paket, Dinge die ich bei meinem derzeitigen Hoster leider vermisse. Ich habe mit Hosting beim Anbieter vor fast sechs Jahren angefangen, als er noch nicht Massenhoster war, sondern ein kleiner Geheimtipp für Profis.
Leider sind die Innovationen in den letzten Jahren ausgeblieben, und man wartet vergeblich auf neue Profi-Features, wie z.B. Ruby on Rails. Auch finde ich die Preise für zusätzliche Domains sind sehr überzogen, und der Zwang beim Web-Hoster auch die Domains zu hosten scheint nur noch ein deutsches Phänomen zu sein, der Rest der Welt hat kein Problem damit, dies zu trennen. Das erspart auch die lästigen KK-Anträge per Fax. Denn wer hat heute denn noch ein Fax?
Auch finde ich künstlich geschnürte Pakete lächerlich, sie sind rein fiktiv und höchstens für Anfänger akzeptabel.
Denn sicher ist: Nur drei Faktoren bestimmen den Preis im Hosting.
- Die Anzahl der Domains.
- Der Web-Traffic.
- Der Server-Festplattenplatz.
Zukünftig komme ich also ohne Begrenzungen wie nur 2 Datenbanken, kein SSH-Zugang, kein Subversion, keine Cron-Jobs, kein Ruby… aus ;).
UPDATE 1 (Dezember 2006): Die Startschwierigkeiten von Media Temple sind behoben, das Grid läuft jetzt reibungslos und schnell. Ich bin sehr zufrieden, mit Schwierigkeiten hatte ich aber auch gerechnet, niemand setzt ein so neues Konzept gleich fehlerfrei auf.
UPDATE 2 (Januar 2007): 1&1 = 0. Ja, was in Mathematik nicht geht, im Webhosting geht es. Ich hatte geglaubt am 13. Januar fristgerecht meinen Vertrag zu beenden, was man ja nach der Kündigungsfolter von 1&1 erwartet hätte. Aber irgendwie ist da „wohl was schief gelaufen“ und mein Fax sei angeblich „nie eingetroffen“. Fein. Vor allem, wenn man nach fast zwei Monaten auch keine Beweise mehr finden kann.
Kündigen macht übrigens irre Spaß bei 1&1: Zuerst loggt man sich ins „Vertrags-Center“ ein, und wählt den zu kündigenden Vertrag aus. Dann soll man eine Nummer anrufen (zur Sicherheit natürlich). Der Berater am Telefon stellt fest, dass man kündigen will und schaltet den Download des Kündigungsvertrages per Hand frei. Den lädt man dann auf seine Festplatte und druckt ihn aus, unterschreibt ihn, faxt ihn wieder hin. Und dann, einige Tage später bekommt man vielleicht auch eine Meldung, dass er gekündigt ist.
Das sollte eigentlich den Verbraucherschutz interessieren, genauso finden die bestimmt die in 6 Punkt geschriebene Vertragslaufdauer von 2 Jahren interessant. Bei (mt) habe ich einen Monat. Und Aufgrund der Startschwierigkeiten muss ich erstmal drei Monate gar nichts zahlen. So macht man das!
So geht das übrigens heute an einer 1&1 Hotline: Man wählt eine kostenpflichtige Nummer, dann lässt man 1-2 Minuten Werbung über sich ergehen, die nicht abzubrechen ist. Dann muss man mit Hilfes eines Stimm-Computers, dessen weibliches Gesäusel einen von Minute zu Minute aggressiver macht, durch 'zig Menüs hangeln, natürlich seine Kundennummer angeben (Wichtig, das „K“, was auf der Rechnung Teil der Nummer ist, ist aber nicht dort mitzusprechen). Zum Schluß wird man vielleicht verbunden, wenn man Glück hat. Oder der Computer versteht auf das deutlich gesprochene „JA“ ein „Nein“ und schmeißt dich aus der Leitung.
Das erste was man gefragt wird ist – ratet mal… Richtig! Die beschissene Kundennummer, die man schon dem Scheiß Sprachcomputer mitteilen musste. Die Leute an der Leitung können natürlich nichts entscheiden und antworten in den gleichen Baublöcken, die sie auch für die E-Mail anfragen verwenden.
„Jedes Unternehmen bekommt die Kunden die es verdient“
Ich bin durch mit euch. Sucht euch Kunden aus, die ihr für dumm verkaufen könnt.
UPDATE 3 (März 2007): Schon lustig… Beim Blick ins 1&1 Angebot habe ich festgestellt, dass sie bei vielen Punkten nachgebessert haben, die mich zur Kündigung getrieben haben. Einzig das fehlende Ruby on Rails und die Mindestvertragslaufzeit von 12 Montaten sind noch unakzeptabel.
Mittlerweile kann man sogar (man höre und staune) – externe Domains nutzen und einen Shell-Zugang gibt es auch. 1&1 ist damit aber immer noch 5 € teurer und hat weiterhin weniger Leistung als (mt).
Eins ist jedoch tragisch… 1&1 scheint den Wert eines Kunden nicht zu kennen. Es zeugt nicht von besonderer Weitsicht Bestandskunden zu ignorieren, zu verärgern und im Falle einer Kündigung zu schikanieren. Besser wäre es sich die Türen offen zu halten, für eine spätere Rückkehr, denn „einen Ziehenden soll man nicht halten“. Und dass nicht nur im Fall des Webhostings, sondern auch bei ihrem 3DSL (4DSL mittlerweile). Bei diesem gab es vor noch einiger Zeit keine Möglichkeit die „Movie-Flat“ abzuwählen, was eine Kollegin zur Kündigung brachte. Auch dort haben sie nachgebessert und die Movie-Option und Handy-Option optional gehalten.
Und dies richtet sich direkt an 1&1: Ihr solltet immer dran denken, dass wir „Profis“ es sind, die unsere Verwandten, Freunde und Kunden dazu bewegen ein Produkt von euch zu kaufen. Wir überzeugen, erklären und richten ihnen den Zugang ein, wir helfen ihnen bei Fragen und Problemen. Wenn Ihr uns verärgert und unsere Wünsche ignoriert seit ihr uns los – und damit auch sie.
Und ich bin nicht der einzige, der so denkt. Durch diesen kleinen, unwichtigen Artikel in meinem Sideblog haben sich mittlerweile 6 Personen seit Oktober bei mir gemeldet, die mit ihrem Hoster unzufrieden waren und an einen Wechsel dachten. Ihr beobachte euch weiter. Um mich zu euch zurückzuholen ist aber noch etwas mehr nötig. Vorerst zahle ich an euch weiterhin Gebühren, obwohl ich schon längst gekündigt hatte, und dass euch das derzeit Kunden kostet und keine neuen bringt, könnt ihr euch sicher vorstellen.
