Kampfgötter aus einer fernen Zeit und Welt auf Pro 7

28.01.2007

Am 2. Februar 2007 um 22:30 Uhr sendet Pro 7 in der Reihe „Galileo Mystery“ einen Beitrag über Ninjas.

Ulrike Richter vom Bujinkan Budokai Leipzig stellt in einer Rund-Mail die Frage, ob jemand Näheres über die Mitwirkenden weiß.

Irgendwie wiederholt sich wohl der Ninja-Boom der 70er. In Zukunft heißt das für mich wohl leider, noch mehr dämliche Fragen nach Magie und Übermenschlichkeit, perfektem Töten und angeblichen Ninja-Schriften zu beantworten (kotz).

Nachdem Pro 7 schon vor zwei Jahren eine Kontaktanfrage an das Bujinkan nach einigen Wochen wieder fallen lies, scheinen sie wohl durch das Konkurrenz-Magazin „Welt der Wunder“ und ihren Ninja-Beitrag in Zugzwang gekommen zu sein.

Was bei „Welt der Wunder“ dank Mitarbeit hochgraduierter Unterstüzung, wie z.B. Steffen G. Fröhlich noch in Grenzen gehalten werden konnte, wird in diesem Beitrag mit Sicherheit wunderbar wuchern, wie man dem Trailer entnehmen kann. Böse Killer, Übermenschen, Kampfgötter, ohne Tugend und Gewissen, perfekte Killer, blabla.

Man, das ist doch Scheiße. Welche Hinterhof-Ninja die wohl befragt haben? Irgendwelche in Wäldern rumschleichenden Freaks und ihre angeblichen Geheimschriften.

P.S. Ich kann es nicht mehr hören, wie Ninjas und Samurais ihre Sushis mit Stäbchens verdrückens. Ein Ninja, zwei Ninja, drei Ninja, viele Ninja. So und nicht anders.

UPDATE: 04.02.2007

Fazit: Nicht so schlecht wie erwartet.

Der Beitrag auf Pro 7 war wirklich gar nicht so schlecht, auch wenn der Einstieg mal wieder etwas sensationsgeil war.

Gut fand ich, dass näher auf den tieferen Sinn des Ninjutsu eingegangen wurde. Der Schnitt und die Kameraführung waren einwandtfrei, aber Pro 7 hat es sich recht leicht gemacht und als Zwischenschnitt-Sequenzen Ausschnitte aus „Last Samurai“ und „Tiger & Dragon“ genutzt, was aber unter dem Strich besser aussah, als die 3D-Animationen von „Welt der Wunder“.

Auch der Besuch im Honbu Dōjō Japan war gut. Die Einschnitte vom Ninja-Haus waren interessant und gingen sehr ins Detail, wie man es sonst nur in einigen Büchern sehen kann.

Sehr schlecht fand ich die Behauptung es „würden immer noch weiße und schwarze Ninja die Kampfkunst nachts ausführen“ (Im Ernst, das ist der letzte Scheiß). Was dort gezeigt wurde, war die Schauspieltruppe aus Iga-Ueno, nichts weiter als Schauspieler, die für Touristen ein bisschen herumhampeln. Auch der angebliche Ninja-Meister ist wohl eher ein Museums-Direktor gewesen.

Ziemlich daneben fand ich das Playstation 2-Feature „Ninja gegen Elite-Soldat“. Man konnte natürlich viele Einzelheiten an diesem Beispiel zeigen, doch ist ein solcher Vergleich vollkommen aus der Luft gegriffen und wertlos. Genauso gut könnte man Panzer gegen die römischen Legionen schicken. Voll daneben. Fakt ist wohl eher, dass heutige Ninja, wenn es sie noch geben würde, die gleichen Techniken und Tricks wie der Elite-Soldat anwenden würde. Ninja passten sich immer der Zeit und den Werkzeugen an, so haben sie z.B. sehr früh die Feuerwaffen in ihr Arsenal aufgenommen.

Und was sollte das Kung-Fu Rumgehampel des Ninja? Das war doch eher Freestyle oder Kung-Fu, aber kein Taijutsu… Und natürlich gab es wieder ein Schwert mit graden Klinge am Ende des Beitrags zu sehen.

Insgesamt war der Beitrag aber ziemlich gut und wirkte recht professionell. Als Helfer wurde das „Tendo Dōjō Belin“ genannt.

Der Beitrag in „Galileo Mystery“ von Pro 7 hat aber wohl mehr Zuschauer gehabt, als der Beitrag von RTL 2, soweit ich meine Statistiken ausgewertet habe. Unmittelbar nach der Ausstrahlung des Beitrags gab es einen starken Besucheranstieg, was sich auch noch bis heute spüren lässt.