Bujinkan bei „Welt der Wunder“

05.10.2006

Am Sonntag, 29. Oktober 2006 um 19:00 Uhr wird in der Sendung „Welt der Wunder“ auf RTL2 eine Fernsehreportage über die Ninja ausgestrahlt.

Das „Welt der Wunder“-Team hat dafür Hatsumi Sensei in Japan besucht und stellte historische Schlachten und Ninja-Einsätze nach. Einige deutsche Bujinkan Dōjō standen dem Filmteam sowohl vor der Kamera als auch dahinter zur Seite.

Ich hatte das Vergnügen die Redakteure mit dem theoretischen Fachwissen zu versorgen, bevor die Filmarbeiten begannen.

Also unbedingt anschauen, ich habe die Reportage selber noch nicht gesehen und bin sehr gespannt.

UPDATE: Auf der Website des Bujinkan Furyu Dōjō München gibt es Bilder vom Dreh.

UPDATE 2: Wie nicht anders zu erwarten, ereifern sich natürlich diverse Profis über die Reportage in einigen deutschen Kampfkunst-Foren.

Das spricht nicht für sie und ich denke auch, das wissen sie.

Natürlich kann man als langjährig Trainierender nichts Neues aus einer 45-minütigen Reportage erfahren.

Und in dieser Zeit die komplette Philosophie des Ninjutsu unterzubringen ist auch unmöglich. Aber das haben die Redakteure auch nicht versucht. Sie wollten eine spannende, interessante Reportage drehen, die einem großen Publikum aufzeigt, dass Ninja keine Superkrieger waren, sondern schlau, einfallsreich und gerissen.

Obwohl ich nur am Rande beteiligt war, habe ich großen Respekt vor den Leistungen des Teams. Bei einem solch geringen Budget, in sehr kurzer Zeit eine ansehbare Reportage zu erstellen, ist schon eine Spitzenleistung. Einen Dank auch an alle freiwilligen Helfer und Dōjō, die selbstlos ihre Zeit und Ausrüstung zur Verfügung gestellt haben. Das Mon auf den Fahnen der Samurai gehört übrigens zum Shūgendo Dōjō.

Hinterher ist es leicht Kritik zu äußern und sich über Fehler zu ereifern. Ihr hätten euch ja freiwillig melden können unentgeltlich zu helfen, eure Ausrüstung zur Verfügung zu stellen, Urlaub zu nehmen um mit eurem Wagen durch halb Deutschland zu fahren… Wie, habt ihr nicht, nein? Hm.

Sicher, es stand keine japanische Burg zur Verfügung - na und?

Und ja, die Personen waren zum Großteil reine Fiktion, aber ich Glaube kaum, das man in 45 Minuten die Machtverhältnisse des Sengoku-Jidai erklären kann. Hätte man real existierende Namen verwendet, wäre das Trara um eine fiktive Geschichte noch größer gewesen.

Und ja, in der Drehpause hatte doch tatsächlich einer der Schauspieler die Katana falschherum in seinen Gürtel gesteckt. Ich denke man kann es ihm verzeihen, da er wahrscheinlich kein Kenjutsu seit Jahren betreibt…

Zugegeben, ich hätte mir mehr Ausschnitte aus dem heutigen Training erwartet, und ein paar Statements mehr von Soke. Doch wäre das für die Zielgruppe nicht richtig gewesen.

Und daher bitte ich alle Bugeisha (und solche die es erst noch lernen müssen), vor allem jene, die nicht in den Medien arbeiten und wissen, wie aufwändig und zeitraubend solche Arbeit ist, sich erwachsen zu verhalten und ihrem Rang entsprechend verhalten.