Der verräterische Geist

Ninja beherrschen nicht nur die Kunst sich den Augen, Ohren und Nasen der Gegner zu entziehen, sondern auch der Intuition des Gegners vollkommen verborgen zu bleiben.


Intuition im täglichen Leben

Was für Ninja nichts besonderes ist, fasziniert Uneingeweihte meist ganz besonders: Ninja-Angriffe lassen sich nicht leicht voraus ahnen.

Im Berufsleben hat dies jeder schon einmal bemerkt: Man bemerkt unterbewusst, wenn Arbeitskollegen über einen reden. Frauen bekommen scheinbar auch intuitiv mit, wenn die Nachbarin über sie wieder Gerüchte verbreitet. Im Ninja-Alltag darf dieses Phänomen nicht vorkommen. Denn es wäre nur allzu verräterisch, wenn der Gegner schon zu Beginn der Angriffsplanung ahnt, dass da was gegen ihn „im Busch“ ist.

Um zu erläutern, wie unser Geist uns verrät, nutze ich dieses Beispiel: Sie stehen im Supermarkt und entdecken eine Ihnen möglicherweise bekannte Person. Während Sie so starren, kann es passieren, dass der Angestarrte den Blick erwidert und genau Sie ansieht. Woher hat die Person gewusst, wer aus der Menge sie anstarrt? Woher konnte sie wissen, dass genau Sie sie anstarren?

Wer selbst in dieser beobachteten Situation war, und sich selbst beobachten konnte, wird feststellen, dass er rein intuitiv gehandelt hat. Erlebt man diese Situation aber öfter und schaut noch genauer hin, bemerkt man so etwas wie ein Gefühl und eine Schnur zum Beobachter hin.

Wenn man um diese Feststellung weiß, hat man zwei Probleme:

  1. Wie kann man verhindern, dass die andere Person mitbekommt, wenn man sie beobachtet? Denn im Einsatz kann genau dieser verräterische Blick, Geist und Gedanke bewirken, dass man selbst enttarnt wird.
  2. Wie kann ich selbst bemerken, dass ich beobachtet werde?

Hier kann nur ständige Beobachtung, Aufmerksamkeitstraining, tiefe Meditation und die von jedem Ninja angestrebte Erleuchtung helfen.

Aber was ist es im Detail? Welche Tricks nutzt der erfahrene Ninja?

Die eigene Beobachtung geheim halten

Hier hilft die Kontrolle der eigenen Gedanken mit Hilfe des Geistes. Denkt der Ninja an die Zielperson, hat er geistigen Kontakt zu ihr. Selbstverständlich bemerkt der leicht intuitive Gegner schnell, dass jemand Kontakt aufgebaut hat und leitet Gegenmaßnahmen ein. Letztendlich hilft nur das „Nicht an den Gegner denken“ um zu verhindern, dass der Gegner die Absicht spürt.

Eine fremde Beobachtung bemerken

Wissenschaftler haben festgestellt: Oft ist Juckreiz einfach durch einen kratzenden Kleiderfaden, ein Krabbeltier oder Hautprobleme ausgelöst… es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit: Sie werden Beobachtet und spüren Intuitiv das dieses Jucken durch den geistigen Kontakt einer anderen Person ausgelöst ist. Hier einige kleine Beispiele:

Bei Juckreiz am Fuß denkt jemand: „Wo ist er?“ oder „Wohin geht er?“. Bei Juckreiz im Auge denkt jemand: „Sieht er mich?“ oder „Hat er mich gesehen?“. Bei Juckreiz an der Hand denkt jemand: „Was tut er?“, „Was macht er gerade?“, „Was hat er da?“ oder „Was wird er benutzen?“.

Durch genaues Beobachten des eigenen Körpers und viel Meditation lassen sich noch viele andere Zusammenhänge entdecken.

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Über den Autor

Foto von Frank Albrecht

Frank Albrecht ist Kampfkunsttrainer, Heiler und Autor. Er lebt mit Frau und Sohn in Neustadt an der Weinstrasse. Durch Ninjutsu fließt auch sein Hobby, die Psychoneuroimmunologie, in das theoretische Kampfkunsttraining ein.