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Ninjutsu

Grundgedanke des Ninjutsu sind nicht Attentate und Spionage, sondern die Entwicklung eines freien und gerechten Geistes. Die Geschichte hat den Ruf der Ninja verfälscht, was bis in die Moderne anhält und auch von den Medien weitergepflegt wird.


Ursprünge des Ninjutsu

Entsprungen aus Mythen um Fabelwesen, in Wahrheit wohl eher in China entstanden, entwickelte sich das Ninjutsu von einem übernatürlichen, religiösen Ursprung zu einer Handwerks- und Spionagekunst im Mittelalter.


Entstehung der Ryū

Für die Ninja bedeutete der japanische Bürgerkrieg eine große Nachfrage nach ihren Fähigkeiten, was zur Gründung von über hundert Schulen in Japan führte.


Berühmte Ninja

Die berühmtesten Familien waren ohne Frage die Hattori, Momochi und Fujibayashi aus der Iga-Provinz. Sie brachten viele berühmte Bushi hervor und sind die Grundlage für zahlreiche Geschichten und Legenden.


Ninja-Biographien

Neben den bekannten Ninja aus den Hattori, Momochi und Fujibayahi-Clans habe es noch weitere Ninja, die sich in der Geschichte einen Namen machten.


Iga Ryū

Der Iga Ryū entstand in einer der günstigsten strategischen Lagen der Region, in unzugänglichen Gebirgs- und Waldregionen, nahe wichtiger Hauptverkehrswege.


Kōga Ryū

Der Kōga Ryū war unter der Kontrolle von einer Vielzahl von Familien. Die Ninja dieses Clans halfen auch Tokugawa Ieyasu bei der Verteidigung seiner Burg. Mit Fujita Seiko starb 1966 höchstwahrscheinlich der letzte Erbe dieser Schule aus.


Iga no Ran

Die Fürstenfamilie Oda trachtete nach der Region Iga, weil sie deren strategische Bedeutung erkannte. Iga war jedoch fest in der Hand von Aufständischen, die mit Ninja-Techniken den Angriff von Oda Nobunaga’s Sohn zurückschlugen.


Invasion von Iga

Oda Nobunaga griff die Region Iga erneut an, dieses mal jedoch mit einer unbesiegbaren Übermacht und langer Planung. Er kreiste die Aufständischen am Berg Hijiyama ein und vernichtete sogut wie jeden.


Niedergang

Nachdem Tokugawa den Bürgerkrieg beendete, waren die Dienste von Spionen und Attentätern nicht länger nötig. Viele Ninja wurden in die Staatspolizei eingegliedert oder dienten im Verborgenen Fürsten als Leibwächter. Bei einigen Einsätzen gegen die Christen-Samurai und Ausländer wurden die Dienste zum letzten Mal eingesetzt.


Moderne Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg durften Kampfkünste nicht mehr ausgeübt werden, viele wurden zu Sportarten umgewandelt. Nur durch Zufall ging das Wissen der letzten Ninja nicht verloren, sondern wurde von Ishitani und Toda an Takamatsu weitergegeben, der dann Hatsumi trainierte.


Organisation der Ryū

Die Ninja hielten ihre Geheimdienststruktur durch ein spezielles Rangsystem von Anführern, Mittelmännern und ausführenden Agenten vor Verrat sicher. Die ausübenden Agenten kannten ihre Auftraggeber im besten Fall nicht einmal, und konnten so auch nichts über sie preisgeben.


Ausbildung der Ninja

Zum Ninja wurde man geboren und schon von Kindesbeinen an wurden die unzähligen Techniken und Ausdauerübungen gelehrt. Im Jugendlichen Alter kamen dann noch Kampftraining und geistiges Training zum Lehrplan hinzu.


Kunoichi

Takeda Shingen baute ein Netz von weiblichen Agenten auf, die als Informanten und Spione dienten und Gegener mit anderen, subtileren Methoden beeinflussen konnten, was dem Ninja nicht möglich war. Trotzdem genossen die weiblichen Agenten eine ähnliche Grundausbildung wie die Männer.


Bansenshūkai

Die Schrift „Bansenshūkai“ gilt sozusagen als Wissensquelle der Ninja. In den zehn Bänden wird ein guter Querschnitt durch alle Trainingsbereiche der Ninja geboten, von Techniken über Strategie und Taktik bis hin zu Führung einer Ninja-Organisation.


Taijutsu

Taijutsu fasst alle Körperbewegungen im Ninjutsu zusammen. Bewegungen und Kampftechniken basieren auf natürlichem Körpergefühl und dienen nicht der Ästethik, sondern nur dem Schutz. Jede Technik kann auf unterschiedliche Weise ausgeübt werden, was durch die Fünf Elemente ausgedrückt wird.


Kampfregeln

Das Ziel des Ninjutsu ist es sein Leben so zu organisieren, dass es erst gar nicht zu Konfliktsituationen kommt, da Kampf nur das letzte Mittel zur Lösung eines Konfliktes ist.


Kampffaktoren

Verschiedene geistige und körperliche Aspekte wie z.B. Atmung, Rythmus oder Fluß gehören zum Taijutsu, und sollten für einen erfolgreichen Ausgang eines Kampfes unbedingt beachtet werden.


Jūnan Taisō

Um die Kondition, Beweglichkeit und Geschwindigkeit zu verbessern trainierten die Ninja verschiedene Körperübungen, die sich kaum von heutigem Aufwärmtraining unterscheiden.


Trainingsfaktoren

Um aus einem Kampf erfolgreich hervorzugehen, sind mehrere Faktoren von großer Bedeutung: Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Gelenkigkeit. Der Ninja trainierte sich in diesen, um seinen Vorteil auszubauen.


Körperwaffen

Es gibt zahlreiche Körperwaffen im Ninjutsu, um Muskeln, Sehnen oder Knochen anzugreifen. Dazu können Finger, Fäuste, Handkanten, Füße oder andere Teile des Körpers eingesetzt werden.


Abhärtung

Damit sich der Ninja bei der Anwendung seiner körpereigenen Waffen nicht verletzte, trainierte er lange, um seine Körperteile abzuhärten. Dazu schlug er immer wieder und wieder gegen Bäume, oder rammte seine Hände in Sand, bis sie gegen Schmerzen unempfindlich waren.


Atemi te

Beim Atemi-te wird auf die Nervenpunkte des Körpers geschlagen oder gedrückt. Es gibt einige hundert Punkte am Körper des Menschen, hier werden die 69 wichtigsten aufgelistet.


Kamae

Die Kamae sind im Ninjutsu Teil des natürlichen Bewegungablaufes und keine statischen Stellungen. Sie spiegeln nur die innere Einstellung des Kämpfers wieder und dienen keinem ästhetischen Zweck.


Ukemi

Das erste, was man im Ninjutsu lernt, ist richtiges Rollen und Fallen. Nur so kann man Würfe und Sprünge auch unverletzt überstehen, und im Kampf aus oder in Reichweite des Gegners gelangen.


Shinobi iri

Die Ninja waren Meister des lautlosen Bewegens. Nur so konnten sie ihre Infiltration des feindlichen Gebietes unbemerkt durchführen. Neben den Schleichtechniken kannten sie aber auch noch eine große Anzahl von Lauf- und Spezialtechniken für verschiedene Bodenbeschaffenheiten.


Waffen

Die Ninja kannte und beherrschten ein riesiges Arsenal an Waffen, von simplen kleinen Metalldornen über Stangenwaffen bis hin zu Feuerwaffen und Sprengstoffen.


Wasserwerkzeuge

Die Ninja kannten zahlreiche Wasserwerkzeuge, mit denen sie sich schnell über oder unter Wasser und Sumpfland bewegen konnten. Auf diese Weise konnten sie die Samurai, die Rüstungen trugen, mit Leichtigkeit hinter sich lassen.


Einbruchswerkzeuge

Die Ninja sollen in der Lage gewesen sein, in jede Festung einzubrechen und aus jedem Gefängnis ausbrechen. Dazu hatten sie eine große Werkzeugsammlung zum sägen, bohren und graben.


Kletterwerkzeuge

Um auf Bäume, über Schluchten oder in Burgen zu gelangen nutzten die Ninja diverse Leitern, Seile und Spezialwerkzeuge.


Feuerwerkzeuge

Die japanischen Häuser waren aus Holz und Papier gebaut, deshalb wurde Feuer überall gefürchtet. Der Ninja setzte es ein, um Panik zu verbreiten aber auch um Nachts sehen zu können.


Ninjakleidung

Der Tarnanzug der Ninja bestand aus dunklem Stoff und wurde Nachts zur Tarnung eingesetzt, im Winter bestand er aus grau-weißem Stoff. Alle Bestandteile hatten eine spezielle Funktion und waren für den Einsatz von großer Bedeutung.


Sonstige Ausrüstung

Die Ninja kannten noch eine Vielzahl weiterer Werkzeuge, die sie auf ihren Einsätzen benutzten. Vom Fernglas, über Kompass bis hin zur Reiseapotheke.


Mikkyō

Eine der esotherischen Lehren, auf denen die Philosophie des Ninjutsu beruht, ist das Mikkyō. Entstanden in Indien, und von China aus durch japanische Mönche nach Japan gebracht, ist diese Lehre eine interessante Erweiterung für den geistigen Wachstum des Ninja.


Sanmitsu

Mikkyō enthält drei Faktoren, die als „Die Drei Geheimnisse“ bekannt sind. Diese sind Gedanke, Wort und Tat. Sie werden durch Mandala, Mantra und Mudrā dargestellt.


Kujiin

Von den 81 Finger- und Handzeichen benutzten die Ninja 9. Um Wirkung zu erzielen ist aber nicht nur das Falten der Finger nötig, sondern auch die geistige und religiöse Einstellung und jahrelange Übung.


Godai

Das Godai ist eine philosophische Betrachtungsweise des Universums. Durch das Verständnis für das Wirken der fünf Elemente und deren Manifestationen versuchte der Ninja die Zusammenhänge der Schöpfung und dadurch auch sich selbst zu verstehen.


Gogyō

Das Gogyō ist ein taoistisches Elementsystem, das auf der Polaritätstheorie von Yin und Yang basiert. Mit diesem Modell soll verdeutlicht werden, wie alle Elemente miteinander verknüpft sind, sich selber erschaffen oder vernichten.


Tenchijin

Die Ninja nutzten die taoistische Betrachtungsweise der Welt mit In und Yō, um eine Strategie zu entwickeln, die eine Bewertung von Situationen unter verschiedenen Gesichtspunkten ermöglichte.


Bewußtsein und Geist

Neben den fünf Elementen der Materie gibt es noch einen weiteren wichtigen Bereich für den Ninja - den Geist und seine Fähigkeiten. Dieser sechste Sinn hat seinen Sitz zwischen den Augenbrauen, ein wenig erhöht. Dieser Punkt wird auch das „Dritte Auge“ genannt.


Der Siebte Sinn

Die Ninja trainierten und achteten auf die Gefühle, die jeder Mensch hin- und wieder hat. Wenn man spürt, dass einen das Unterbewußtsein zu einer bestimmten Entscheidung drängt, oder wir eine Art „Vorahnung“ haben.


Erleuchtung

Der Ninja strebte sein Leben lang dem „Pfad des Kriegers“ zur Erleuchtung zu folgen. Die Erleuchtung ist ein nicht zu fassender Begriff, der einen Zustand von vollkommendem Verständnis und Klarheit darstellt.


Taoismus

Die taoistische Philosophie ist eine Weltanschauung, die dem Ninja half, seinen Geist und seine Handlungen ins natürliche Gleichgewicht mit dem Universum zu bringen.


Gotonpō

Um nach einem Auftrag erfolgreich zu entkommen, wendeten die Ninja das Gotonpō an, die fünf Fluchtmethoden, unter Zuhilfenahme der fünf Elemente. Sie beruhen auf dem taoistischen Prinzip des Gogyō. Der Ninja benutzt dabei Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall um seine Flucht vorzubereiten und durchzuführen.


Onshinjutsu

Ein sehr wichtiger und wahrscheinlich essentieller Bereich des Ninjutsu ist das Verstecken. Schon im Schriftzeichen für Ninja ist die Silbe „Nin“ enthalten, was ausdauernd, ertragen, erdulden und verbergen bedeutet.


Shichi hō de

Bei der Methode des Shichi hō de, den sieben Wegen des Gehens, wird man zwar vom Gegner gesehen, jedoch nicht wahrgenommen. Den Filter, der einen normalen Menschen vor Reizüberflutung schützt, kann von einem Ninja ausgenutzt werden, um in der Masse unterzutauchen.


Inrō

Inrō war die Reiseaphotheke des Ninja. Mit dieser Ausrüstung mischte er seine Gifte und Heilmittel zusammen.


Chōhō

Spionage war ein wichtiger Bestandteil des Ninja-Ausbildung, weshalb der größte Einsatzbereich für Ninja im Mittelalter auch Aufklärung und Spionagetätigkeiten waren.


Heihō

Um an sein Ziel zu gelangen, standen dem Ninja zahlreichen Strategien und Taktiken zur Verfügung, mit denen er leichter durch feindliches Gebiet gelangen konnte oder in bewachte Anlagen eindringen konnte.


Bō ryaku

Die Feldherren mussten sich im feudalen Japan mit der Schlachtstrategie und Schlachtformationen auskennen. Dazu gehörten auch Befehle, Trommel- und Flaggensignale. Außerdem kannte sich jeder Feldherr bestens mit den Lehren von Sun Tzu aus.


Tōiri

Die Tōiri-Taktiken wurden vom Ninja zu Friedenszeiten angewendet. Sie enthalten vor allem Spionage und vorbeugende Taktiken.


Chikairi

Die Chikairi-Taktiken wurden vom Ninja während oder zu Begin einer Konfrontation angewendet. Sie enthalten vor allem Sabotage und Infiltrationstechniken.


Takamatsu Toshitsugu

Der Großmeister Takamatsu Toshitsugu war ein großer Krieger und Meister des derzeitigen Großmeisters Hatsumi. Ihm zu Ehren nannte Hatsumi seine Organisation „Die Halle des göttlichen Kriegers“.


Hatsumi Masaaki

Hatsumi Masaaki ist Oberhaupt des Bujinkan, der Organisation, die er gegründete, um die neun Schulen als Einheit zu lehren. Er ist ein hochgeachteter Mann, dem weltweit zahlreichen Ehrungen verliehen wurden. 


Bujinkan

Bujinkan ist der Name der Organisation, die neun Krieger- und Ninja-Ryū zusammenfasst. Sie bekam diesen Titel, um Takamatsu zu ehren.


Togakure Ryū

Togakure Ryū Ninpō – „Die Schule der verborgenen Tür“, ein Ninja-Ryū gegründet von Daisuke Togakure, ist nun fast schon tausend Jahre alt.


Gyokko Ryū

Gyokko Ryū Koshijutsu – „Schule des mit Juwelen geschmückten Tigers“, der älteste Stil, vermutlich schon um 618 n. Chr. in China gegründet.


Kukishinden Ryū

Kukishinden Ryū Happo Hikenjutsu – „Die Schule der neun Dämonengötter“, entstanden aus dem Kukishin Ryū.


Shinden Fudō Ryū

Shinden Fudo Ryū Dakentaijutsu – „Die Schule des Unbewegten Herzens“, Mitte des 12. Jahrhundert gegründet, eng mit der Natur verbunden.


Gyokushin Ryū

Gyokushin Ryū Ninpō – „Die Schule des mit Juwelen geschmückten Herzens“, ein geheimnisvoller Ninja-Ryū, der bekannt für den Gebrauch des Lasso war.


Koto Ryū

Koto Ryū Koppojutsu – „Die Schule des den Tiger niederschlagen“, vermutlich von China über Korea gekommen, spezialisiert auf harte Schläge mit den Fingern auf die Nervenzentren.


Takagi Yōshin Ryū

Takagi Yoshin Ryū Jutaijutsu – „Die Schule des Hoher Baum-Weide-Geist“, deren Philosophie die Nachgiebigkeit ist („Eine Weide ist flexibel, aber ein hoher Baum ist zerbrechlich“).


Gikan Ryū

Gikan Ryū Koppojutsu – „Schule des Lernens von Gerechtigkeit“, eine Schule, die Hatsumi noch nicht öffentlich gelehrt hat, weil sie sehr kompliziert sein soll.


Kumogakure Ryū

Kumogakure Ryū Ninpō – „Die Schule der verborgenen Wolke“, ein Ninja-Ryū, der für die Gebrauch mit dem Kamayari bekannt war, und dessen Ninja in Rüstung in die Schlacht zogen.


Richtlinien des Bujinkan

Die von Dr. Hatsumi Masaaki herausgegebenen Bujinkan-Richtlinien, die jeder akzeptieren muss, der im Bujinkan trainieren möchte.


Essenz des Ninjutsu

Takamatsu Toshitsugu und Hatsumi Masaaki äußern sich zur Essenz des Ninjutsu, zu dem was es ausmacht ein Ninja zu sein.


Die Regeln der Ninja

10 Regeln, von Hatsumi Masaaki aufgestellt, die zeitlos sind und für alle Ninja gelten sollen.


Die 5 Gebote der Ninja

5 Gebote von Hatsumi Masaaki, an die man sich, wann immer man traurig, unglücklich, krank, verwundet oder verzweifelt ist, erinnern soll.


Ninpō Sanjūrokkei

Die 36 militärischen Strategien – 18 grundlegende Kriegskünste und 18 spezielle Ninjafertigkeiten, in denen sich die Ninja trainiert haben.


18 Trainingsebenen

Die Ninja, die sich im Togakure Ryū übten, versuchten sich in 18 Lehrsystemen zu verbessern.


Ninja no Hachimon

Das „Ninja no Hachimon“ ist eine Definition dessen, was ein Ninja Ryū lehren muss, um auch eine Ninjakunst zu sein.


Der verräterische Geist

Ninja beherrschen nicht nur die Kunst sich den Augen, Ohren und Nasen der Gegner zu entziehen, sondern auch der Intuition des Gegners vollkommen verborgen zu bleiben.